Elfter und letzter Tag der offenen Tür bei GEO600

Den Gravitationswellen-Detektor bei Sarstedt am 04. Juli 2026 besuchen

9. April 2026

Auf den Punkt gebracht

  • Spitzenforschung ganz nah: Am 04. Juli 2026 findet ein Tag der offenen Tür beim Gravitationswellen-Detektor GEO600 südlich von Hannover statt.
  • Letzte Gelegenheit: Weil der deutsch-britische Detektor zum Jahresende den Betrieb einstellen wird, ist dies der letzte Tag der offenen Tür.
  • Wann? Samstag, 04. Juli 2026 von 12:00 bis 16:00 Uhr.
  • Wo? Ruthe bei Sarstedt, Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder Pkw.
  • Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Am Samstag, den 04. Juli 2026, laden das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) und das Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover zum elften Mal zum Besuch beim deutsch-britischen Gravitationswellen-Detektor GEO600 nahe Sarstedt ein. Zwischen 12 und 16 Uhr können sich alle Interessierten mit Forschenden auf dem Detektorgelände über den aktuellen Stand der Gravitationswellen-Astronomie und die Beiträge von GEO600 als Ideenschmiede der internationalen Forschung unterhalten und den Detektor besichtigen.

Der diesjährige Tag der offenen Tür wird der letzte sein. Der Gravitationswellen-Detektor stellt zum Jahresende 2026 den Betrieb ein. Neben dem Tag der offenen Tür bietet das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik bis Ende 2026 GEO600-Führungen für vorab angemeldete Gruppen an.

Spitzenforschung ganz nah

Beim Tag der offenen Tür erhalten Gäste aus erster Hand Informationen über die Grundlagenforschung und die tägliche Arbeit am Gravitationswellen-Detektor GEO600. Forschende erklären an vier Stationen auf dem Detektorgelände wie GEO600 funktioniert, bieten Einblicke in das Herz der hochempfindlichen Messanlage und beantworten die Fragen der Besucher*innen.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad

Das GEO600-Gelände liegt südlich der Leineaue nahe der Innerste und kann über einen Abstecher vom Radwanderweg „Grüner Ring“ erreicht werden. Ein Besuch bei GEO600 lässt sich deshalb gut mit einer Fahrradtour verbinden. Mit Ihrem Rad können Sie – anders als mit Autos – direkt auf das Gelände von GEO600 fahren.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren Sie bis zum Bahnhof Sarstedt (von Hannover aus mit der S4, dem erixx und dem Metronom, am Wochenende ist die Fahrradmitnahme im Großraumverkehr Hannover kostenlos). Von dort können Sie einen Bus oder ein Taxi nehmen, mit dem Fahrrad weiter zu GEO600 fahren oder zu Fuß eine Wanderung (ca. 4 Kilometer) unternehmen.

Anfahrt von Hannover mit dem Auto

Nehmen Sie die B6 (Messeschnellweg) nach Süden und biegen Sie bei „Sarstedt/Heisede“ rechts ab. Rechts abbiegen nach Heisede, dann bei „Schulenburg/Ruthe“ links ab. In Ruthe rechts abbiegen. Nach dem Überqueren der Leine am EXPO-Zeichen (bzw. an dem weißen Hinweisschild „Universität Hannover/Versuchsgelände“ oder dem grünen Hinweisschild „Schäferberg“) rechts abbiegen.

Parkmöglichkeiten

Bei Anreise mit dem Auto nutzen Sie bitte ausschließlich die betreuten Parkmöglichkeiten am Lehr- und Forschungsgut Ruthe der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Vom Parkplatz ist es ein kleiner Spaziergang von etwa einem Kilometer bis zum Zentralgebäude des Gravitationswellen-Observatoriums entlang der 600 Meter langen Lasermessstrecke von GEO600.


Hintergrundinformationen

Ein neues Zeitalter der Astronomie

Die erste direkte Messung von Gravitationswellen im September 2015 hat erstmals eine neue Tür zur einer bis dahin verborgenen Seite unseres Universum aufgestoßen. Seitdem haben Forschende insgesamt mehr als 200 Gravitationswellen-Signale von verschmelzenden Schwarzen Löchern und Neutronensternen sicher identifiziert. Ein neues Zeitalter der Astronomie hat begonnen. Im letzten, vierten gemeinsamen Beobachtungslauf „O4“ spürten die Gravitationswellen-Detektoren im Schnitt alle zwei bis drei Tage ein neues Signal aus den Tiefen des Alls auf.

GEO600 ist maßgeblich am Erfolg des internationalen Detektornetzwerks beteiligt. Hier werden neue Technologien zum Aufspüren der Gravitationswellen entwickelt und erprobt. Diese sind von entscheidender Bedeutung für die anderen Detektoren. Der Nobelpreis für Physik im Jahr 2017 und weitere große Wissenschaftspreise gingen an die internationale Forschungsgemeinschaft, die diese Detektoren betreibt, beständig verbessert und deren Daten auswertet.

GEO600 auf dem nächsten Level

Bis Ende 2026 wird bei GEO600 mit vollem Einsatz weitergeforscht werden, denn die Wissenschaftler*innen beschreiten derzeit wieder einmal ganz neue Wege mit dem Detektor. Sie arbeiten daran, einen bislang kaum erforschten Teil des Gravitationswellen-Spektrums zugänglich zu machen. GEO600 soll nach Gravitationswellen sehr hoher Frequenzen von bis zu 2 MHz suchen. Das ist mehr als hundertmal höher als die höchsten Frequenzen, die die anderen Instrumente im internationalen Netzwerk beobachten.

So soll der Detektor unser Verständnis von dunkler Materie und dem frühen Universum vertiefen. Mit diesem Ziel vor Augen erweitern die Forschenden die Anlage seit dem Sommer 2024. Sie haben bereits wichtige Meilensteine erreicht und erste Messdaten im extrem hochfrequenten Teil des Gravitationswellen-Spektrums aufgenommen.

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