2002

Januar 2002

14. Januar, 21:00 UTC: Ende des Koinzidenz-Testlaufs. Es gab Tage, an denen das Interferometer mit Leistungsverstärkung mehr als 93 Prozent der Zeit stabil eingestellt blieb. Seit dem 3. Januar (d.h. für mehr als 260 Stunden) war das Interferometer zu 75 Prozent der Zeit stabil eingestellt. Die längste stabile Einstellung dauerte 3,8 Stunden.

Frühling 2002

Nach dem Koinzidenz-Testlauf im Januar wurde der Detektor weiter
verbessert. Verschiedene Untersysteme wurden ausgetauscht oder neu
installiert:

  • Die Länge des zweiten Modenfilters wurde geändert, um dessen freien Spektralbereich mit der korrekten Modulationsfrequenz in Übereinstimmung zu bringen, die für einen stabilen Lauf benötigt wird.
  • Die Strahlteiler-Aufhängung wurde geändert, um eine ungedämpfte Resonanz loszuwerden, die dadurch zustande kam, dass einer der Drähte der Aufhängung den Rand des Durchgangslochs berührte.
  • Ein Fotodetektor für hohe Leistung wurde installiert.
  • Die lokale Dämpfung eines Strahlumlenkers musste repariert werden.
  • Das Streulicht am Ausgang wurde als begrenzende Rauschquelle erkannt und wurde reduziert.
  • Die schnelle automatische Justierung und das langsame Kontrollsystem des leistungsverstärkten Michelson-Interferometers wurden eingebaut.
  • Die Datenaufnahme wurde verbessert (Einbau eines Weißlichtfilters,
  • Ersatz der Zeitkarte, Anpassung der Signalniveaus).

Dank all dieser Änderungen wurde die Empfindlichkeit von GEO verglichen mit der im Januar um mehr als eine Größenordnung verbesser. Das automatische Kontrollsystem sorgte für eine Verlängerung der stabilen Laufzeiten um einen beachtlichen Faktor. Am Ende dieser Verbesserungsperiode lief das Interferometer über das Wochenende 99,7 Prozent der Zeit stabil. Es blieb für 32,2 Stunden im stabilen Messbetrieb (5. August).

August/September 2002

Der nächste Koinzidenz-Testlauf zusammen mit LIGO fand vom 23. August bis 9. September statt. Dieser Lauf wurde von der LIGO Scientific Collaboration als erster wissenschaftlicher Lauf (S1) bezeichnet. Er war ein großer Erfolg! Weil wir zu wenig Personal hatten, konnten wir nur Tagesschichten besetzen; von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens war kein Operateur vor Ort. Für den Fall, dass der Detektor während dieser Zeit nicht lief, wurde ein Operateur durch ein automatisches Alarmsystem angerufen.

Während dieses Laufs wurden 411 Stunden lang Daten aufgenommen. Die längste kontinuierliche Zeit, die der Detektor lief (alle Systeme stabil), war über 121 Stunden. Die gesamte Einschaltdauer des Detektors lag bei mehr als 97 Prozent.

Unmittelbar nach diesem Koinzidenzlauf wurde ein technischer Lauf begonnen. Wir planen Signale einzuspeisen, die für Wellenformen einander umkreisender Objekte berechnet wurden, um die Effektivität der Datenanalyse zu testen und zu charakterisieren. Zusätzliche Experimente sollen detailliertere Auskünfte über einige der Untersysteme liefern.

 
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