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Dr. Elke Müller
Dr. Elke Müller
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Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Potsdam-Golm

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Prof. Bernard F. Schutz zum Ehrenmitglied der britischen Royal Astronomical Society gewählt

9. Januar 2009

Die traditionsreiche britische Royal Astronomical Society hat Prof. Bernard F. Schutz, Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam-Golm und Professor an der Cardiff University in Wales/Großbritannien, jetzt zum Ehrenmitglied gewählt.

„Wir freuen uns, Prof. Schutz für seine Bahn brechenden wissenschaftlichen Beiträge zur Astronomie und seine Führungsrolle in der Gravitationswellenforschung auszeichnen zu dürfen. Seine wegweisenden frühen Arbeiten über rotierende Sterne führten ihn in das Feld der Gravitationswellenforschung, zur Vorhersage von Gravitationswellensignalen und deren Umsetzung in neue Algorithmen. Diese werden an den aktuell arbeitenden Observatorien eingesetzt, um Gravitationswellen direkt nachzuweisen. Prof. Schutz genießt aufgrund seiner wissenschaftlichen Aktivitäten, seiner Publikationen, seines persönlichen Engagements für die Belange der Gravitationsphysik und ihrer Wissenschaftler weltweit einen herausragenden Ruf.“

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Bernard F. Schutz

Dazu Prof. Bernard F. Schutz: „Die Wahl zum Ehrenmitglied der Royal Astronomical Society ist für mich eine große Auszeichnung. Sie unterstreicht die Bedeutung der Gravitationswellenastronomie als wichtiges Forschungsfeld der Zukunft, das andere astronomische Methoden ergänzt und unser Wissen über das Universum und seine Entstehung deutlich erweitern wird. Ich blicke zuversichtlich in das Jahr 2009, in dem wir die hoch entwickelten Technologien des deutsch-britischen Gravitationswellendetektors GEO600, der amerikanischen LIGO-Detektoren sowie des italienisch- französischen Virgo-Detektors erheblich verfeinern werden - und die nahe Zukunft gehört zweifellos dem Weltraumprojekt LISA, der Laser Interferometer Space Antenna.“

Bernard F. Schutz ist und war ganz wesentlich am Aufbau und an der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen theoretisch und experimentell arbeitenden Astrophysikern in Europa und den USA beteiligt. Er war eine der Schlüsselpersonen, die das Feld der Gravitationswellenastronomie begründet haben, welches heute mit dem Betrieb von GEO600, LIGO, Virgo sowie mit dem künftigen Weltraumobservatorium LISA, an vorderster Front der astronomischen Forschung steht.

Albert Einsteins Ideen beeindruckten Bernard Schutz in seiner Jugend so sehr, dass er bereits mit 16 Jahren fest entschlossen war, Physiker zu werden und wenn möglich, auf dem Gebiet der Relativitätstheorie zu arbeiten. Er studierte Physik an der Clarkson University in Potsdam (State of New York/USA) und promovierte (PhD) am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, Kalifornien. Am Caltech war die Gravitationswellenforschung in den 1960er Jahren bereits ein brandheißes Thema, das Bernard Schutz in seinen Bann zog. Seitdem hat er sich darauf spezialisiert, die Anwendungen der Allgemeinen Relativitätstheorie in der Astrophysik zu erforschen. Aufgrund seiner Arbeiten in der Theoretischen Astrophysik – dazu gehören unter anderem theoretische Berechnungen von Gravitationswellensignalen und die Entwicklung von Methoden für die Datenauswertung von Gravitationswellendetektoren – gehört er zu den international führenden Experten auf dem Gebiet der Allgemeinen Relativitätstheorie.

Als Gründungsdirektor (gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Ehlers) des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam hat Bernard Schutz seit 1995 ganz wesentlich dazu beigetragen, die Forschung auf dem Gebiet der Allgemeinen Relativitätstheorie in Deutschland wieder zu beleben. Innerhalb des Instituts leitet er die Abteilung Astrophysikalische Relativitätstheorie, in der Wissenschaftler mit Hilfe von Supercomputern Simulationen der Allgemeinen Relativitätstheorie durchführen, Schwarze Löcher erforschen und Daten des weltweiten Netzes von Gravitationswellenobservatorien analysieren. Darüber hinaus hat Schutz eine Professur an der School of Physics and Astronomy der University of Cardiff in Wales/Großbritannien beibehalten. Hier lehrte er vor seinem Wechsel nach Deutschland. Er ist außerdem Honorarprofessor an der Leibniz Universität Hannover und der Universität Potsdam.

Als leitender Wissenschaftler ist Schutz verantwortlich für die Datenanalyse des deutsch-britischen Gravitationswellenobservatoriums GEO600. Außerdem ist Mitglied des internationalen Wissenschaftlerteams von LISA (Laser Interferometer Space Antenna): einem zukunftsweisenden Gemeinschaftsprojekt von ESA und NASA, das ab 2018 im Weltraum Gravitationswellen detektieren soll.

Bernard Schutz ist darüber hinaus ein geachteter Wissenschaftskommunikator. Ein gutes Beispiel dafür ist das von ihm gegründete e-journal „Living Reviews in Relativity“, eine frei zugängliche elektronische Zeitschrift mit Übersichtsartikeln aus allen Bereichen der Relativitätstheorie, die von den jeweiligen Autoren immer auf dem neuesten Stand gehalten werden.

Schutz hat es sich darüber hinaus zur Aufgabe gemacht, die Gravitationsphysik von Galileo über Newton und Einstein bis hin zur aktuellen Forschung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein gutes Beispiel dafür: Sein im Cambridge-Verlag erschienenes Buch „Gravity from the ground up“ erlaubt schon 16-Jährigen einen Zugang zu den Konzepten der Allgemeinen Relativitätstheorie zu finden. Auf fortgeschrittenem Niveau ist er der Autor von zwei einflussreichen Lehrbüchern: „A first course in General Relativity“ und „Geometrical Methods of Mathematical Physics“. Alle seine Bücher wurden von Cambridge University Press veröffentlicht.

Die Royal Astronomical Society
Die 1820 in London gegründete Royal Astronomical Society hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Astronomie auch die Sonnensystemforschung, Geophysik und verwandte Fachrichtungen zu fördern. Sie veröffentlicht wissenschaftliche Arbeiten in eigenen Journalen, informiert die Öffentlichkeit über Forschungsprojekte und ist zentraler Ort für den wissenschaftlichen Austausch. Die Royal Astronomical Society hat heute rund 3000 Mitglieder.

 
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