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Der GEO600-Reinraum

Der Umgang mit Optik hoher Qualität erfordert Reinraumanlagen, um zu verhindern, dass selbst mikroskopische Staubpartikel in das System eindringen. Diese Staubpartikel würden sich auf der Spiegeloberfläche niederlassen und von der intensiven Laserstrahlung von ca. 3 kW/cm2 eingebrannt werden. Da der Umgang mit Optik hoher Qualität üblicherweise in der Nähe von und in den Tanks selbst stattfindet, müssen diese Tanks von Reinraumqualität sein.

Die GEO600-Reinraumanlagen sind gestaffelt gestaltet. Das ganze Gebäude steht mit gefilterter Luft unter Druck, so dass die Teilchenzahlen um eine Größenordnung reduziert werden. Die Besuchergalerie des Zentralgebäudes und die elektronischen Anlagen können in "normaler" Straßenkleidung betreten werden; man muss nur Überschuhe tragen, um den gröbsten Straßenstaub draußen zu lassen.

Der innere Teil des Gebäudes ist verschlossen und steht wieder mit gefilterter Luft unter Druck, im Gegensatz zur Besuchergalerie. Zusätzlich enthält die Klimaanlage HEPA-Filter ("High Efficiency Particulate Absorption Filter"), welche die Teilchenzahlen um etwa zwei Größenordnungen reduzieren.

Wenn Wissenschaftler im Reinraum arbeiten, schickt ein zusätzliches Lüftungssystem Luft durch HEPA-Filter und reduziert so die Partikelzahl weiter. Volle Reinraumkleidung und Handschuhe werden für die Arbeit innerhalb des Reinraums benötigt.

Wenn ein Vakuumtank geöffnet wird, um an der Optik innerhalb zu arbeiten, wird zusätzlich ein bewegliches Zelt über die Tanks gestülpt, und HEPA-gefilterte Luft wird mit einer Rate von etwa 1 Kubikmeter pro Sekunde in dieses Zelt geblasen. Dies reduziert die Teilchenzahl innerhalb des Zeltes um weitere Größenordnungen, bis unter die Nachweisgrenze des verwendeten Teilchenzählers.

 
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